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Kleine Einführung in Obedience:
Stand Nov. 2003
Obedience heißt "Gehorsam" und kann ohne
weiteres als die "Hohe Schule" der Unterordnung bezeichnet werden.
Obedience gestaltet sich wesentlich
vielseitiger als das sonst übliche Gehorsamstraining auf den meisten
Hundeplätzen.
Obedience ist eine Prüfungsform im Hundesport, bei
der ein Hund freudig mit seinem Teamgefährten Mensch verschiedene Übungen
meistert und ein kontrolliertes Verhalten in unterschiedlichen Situationen
zeigt. Eine der großen Herausforderungen stellt die Distanzarbeit, bei der der
Hund auch noch mit einem erheblichen Abstand zum Hundeführer bereitwillig
gehorcht, dar.
Beim Obedience wird großer Wert auf die Haltung des Hundeführers und die
Exaktheit der Übungen gelegt. Erwartet wird ein exakt, korrekt und freudig
arbeitender Hund.
Obedience (sprich „O-bi-di-enß“) ist...
... eine Hundesportart
... für junge, alte, große und kleine Hunde und ihre
Hundeführer
... mit sehr vielseitigen und anspruchsvollen Übungen
... die Harmonie, Freudigkeit und Präzision von Hund
und Hundeführer fordert
... und aus Groß-Britannien kommt, wo „obedience“
„Gehorsam“ ... bedeutet.
Die Kurzgeschichte:
1919 „working trials“ (Arbeits-Tests)
durchgeführt vom britischen Zuchtverein für Deut. Schäferhunde
1949 Erster „nur-Obedience-Test“ in
London
1951 Vorstellung von Obedience
auf „crufts“ (berühmte britische Hundeausstellungen)
1955 Erste britische Obedience-Meisterschaften „Crufts obedience championship“
um 1980 Verbreitung von Obedience in Skandinavien
um 1995 Verbreitung von Obedience in der Schweiz und
Österreich; Anfänge in Deutschland
Wie vielseitig und anspruchsvoll ist Obedience?
Obedience beinhaltet:
- Leinenführigkeit
- Freifolge
- Voraussenden und Ablegen in einem markierten Quadrat
- Sitz, Platz, Steh aus der Bewegung um ein Quadrat von 10 x 10m
- Sprung über Hürde
- Apportieren
- Kontrolle aus Distanz
- Geruchsunterscheidung
- Ablegen und Absitzen in der Gruppe
... und es gibt kein festes Laufschema!
Bei einer Obedience- Prüfung folgt man
ohne ein festes Schema nur den Anweisungen des Ringstewards. Man erfährt also
erst während der Prüfung, wie man laufen muss.
Und tatsächlich besteht diese Sportart überwiegend aus
bekannten Gehorsamsübungen wie „Bei-Fuß-gehen“, Apportieren, Vorausschicken,
Abrufen, Bleib-Übungen und Sitz, Platz und Steh aus der Bewegung.
Außerdem gehören Übungen dazu wie Distanzkontrolle,
bei der der Hund im Abstand zu seinem Besitzer eine Reihe von Positionswechseln
(Sitz, Platz, Steh) ausführen muss, ohne sich hierbei von der Stelle zu bewegen.
Bei der Geruchsunterscheidung, geht es darum, dass unter mehreren gleich
aussehenden Gegenständen (Hölzchen) vom Hund derjenige herausgesucht und
apportiert werden soll, der den Geruch des Besitzers trägt.
Beim Obedience geht es nicht um Geschicklichkeit und
Schnelligkeit, sondern ist in erster Linie Präzision und Harmonie gefragt. Einfach das
perfekte Zusammenspiel zwischen Mensch und Hund.
Hunde, die durch ihre Rasse, dem Körpergewicht und der Gesundheit für andere
Sportarten nicht in Frage kommen, können im Obedience erfolgreich sein.
Obedience ist also für Hunde aller Rassen,
sowie Mischlinge geeignet, unabhängig von Größe und Alter.
Obedience ist das Richtige für jeden Hundebesitzer, der daran interessiert ist,
mit seinem Hund zusammen eine vielseitige, interessante Sportart zu erlernen.
Bei Obedience lässt sich ernsthafter Hundesport mit fortschrittlicher
Hundeausbildung ohne Druck und Zwang vereinbaren.
Ein guter Obedience-Trainer wird deshalb darauf achten, dass der Hund keine
Übung gegen seinen Willen mitmacht. Es gilt, den Teamgeist im Hund zu bewegen,
ihn dazu zu bewegen, mitmachen zu wollen.
In Deutschland gibt es derzeit
- Beginner Klasse (nach deutscher
Prüfungsordnung)
-
Obedience Klasse 1 (nach deutscher Prüfungsordnung)
-
Obedience Klasse 2 (nach deutscher Prüfungsordnung)
-
Obedience Klasse 3 (FCI-Reglement)
Der Wechsel zur nächst höheren Klasse erfolgt, wenn man mindestens 1mal die
Prüfung mit „vorzüglich“ abgelegt hat. Voraussetzung zur Teilnahme an der
Beginner-Prüfung ist die BH oder BH/A-Prüfung.
Wie wird gerichtet?
Für jede Übung kann man maximal 10 und minimal
0 Punkte erhalten. Abgestuft wird in Schritten von 0,5 Punkten. Die Übungen
haben unterschiedliche Bedeutung (Gewicht), so dass die Punktzahl mit 2,3
oder sogar 4 multipliziert wird. Das nennt man die Koeffizienten der Übung.
So bedeutet ein Abzug von 1,5 Punkten bei einer Übung mit Koeffizient „4“
einen Punktverlust von 6 Punkten.
Die Anforderungen der Beginner:
Koeff.: 4 40 Punkte - Verhalten
gegenüber anderen Hunden
Koeff.: 2 20 Punkte - Stehen und
Betasten
Koeff.: 3 30 Punkte - Gebiss zeigen
Koeff.: 3 30 Punkte - Ablage in der
Gruppe
Koeff.: 3 30 Punkte - Leinenführigkeit
Koeff.: 4 40 Punkte - Freifolge
Koeff.: 3 30 Punkte - Sitz aus der
Bewegung
Koeff.: 4 40 Punkte - Kommen auf Befehl
Koeff.: 3 30 Punkte - Zurücksenden zum
Platz
Koeff.: 3 30 Punkte - Apport auf der
Ebene
Koeff.: 1 10 Punkte - Umgang Mensch /
Hund
Max. 320 Punkte (bestanden: mind. 192 Punkte)
Vorzüglich
- von 256 bis 320 Punkten
Sehr gut -
von 224 bis 255,5 Punkten
Gut
- von 192 bis 223,5 Punkten
Ab 256 Punkten darf in der Obedience-Klasse 1 gestartet werden.
Hier brauchen Beginner mindestens 5 Punkte ...
- Verhalten gegenüber anderen Hunden
- Stehen und Betasten
- Freifolge
- Kommen auf Befehl
- Umgang Mensch / Hund
... sonst wird man disqualifiziert. In der Beginner-Klasse wird sehr
auf die Wesensüberprüfung des Hundes wert gelegt und man muss die oben genannten
Pflichtübungen erfüllen.
Das ist die Abfolge in der Beginner-Prüfung:
1. Verhalten gegenüber anderen Hunden
2. Stehen und Betasten
3. Gebiss zeigen
4. Ablage in der Gruppe
5. Leinenführigkeit
6.
Freifolge
7. Sitz aus der Bewegung
8. Kommen auf Befehl
9. Zurücksenden zum Platz
10. Apport auf der Ebene
11. Umgang Mensch / Hund
Die Klasse 1 enthält folgende
Übungen:
1. 1 Minuten sitzen mit Sichtkontakt
2.
3 Minuten liegen mit Sichtkontakt
3.
Leinenführigkeit
4.
Freifolge
5.
Platz aus der Bewegung
(Viereck 10m x 10m)
6.
Kommen auf Befehl
7.
Zurücksenden zum Platz
8.
Sprung über die Hürde
9.
Bringen
10.
Kontrolle auf Distanz
11.
Umgang Mensch-Hund
Die Klasse 2 enthält folgende
Übungen:
1. 2 Minuten sitzen mit Sichtkontakt
2. 3 Minuten liegen ohne Sichtkontakt
3. Freifolge
4. Sitz, Platz aus der Bewegung
5. Kommen mit Platz
6. Voraussenden in ein Viereck mit Hinlegen
7. Apport über die Hürde (Holzapport)
8. Metallapport
9. Geruchsunterscheidung aus max. 6 Gegenständen
10. Kontrolle auf Distanz
11. Umgang Mensch-Hund
Die Klasse 3 enthält folgende
Übungen:
1. 2 Minuten sitzen
2. 4 Minuten liegen
3. Freifolge
4. Stehen, Sitzen und Platz aus der Bewegung
5. Abrufen mit Stehen und Platz
6. Voraussenden in ein Viereck
7. Bringen auf Anweisung
8. Metallapport über die Hürde
9. Geruchsunterscheidung aus max. 6 Gegenständen
10. Kontrolle auf Distanz
Das Zulassungsalter der Hunde am Tage der Prüfung:
Beginner - 15 Monate
Klasse 1 - 15 Monate
Klasse 2 - 16 Monate
Klasse 3 - 17 Monate
© Copyright by Jörg Kohlbacher mit eigenen
Ergänzungen von Kerstin
Heidkamp
Ich selber habe Obedience in meiner
Hundeschule kennen gelernt. Ich habe Ela am Anfang ausschließlich mit Obedience
"erzogen". Ich denke, die Beginner-Prüfung würden Ela
und ich locker bestehen. :-) Aber es ging uns bis jetzt nicht nach irgend welchen
Prüfungen, sondern uns muss es Spaß machen und Obedience macht sehr viel
Spaß!!! Probieren Sie es aus.

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