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Läufigkeit der Hündin:
Hündinnen sind monoöstrich,
das heißt, sie haben eine Läufigkeitsphase oder "Hitze" pro Zuchtsaison. Die
Pubertät beginnt meist etwa 2-3 Monate nachdem das Körpergewicht des
erwachsenen Tieres erreicht ist.
Während
der Läufigkeit reifen durch einen hormonellen Reiz Follikel (Eiblasen) in
denen sich die eigentliche Eizelle befindet, heran. Die Anlagen für diese
Follikel sind bereits von Geburt an vorhanden, bleiben jedoch bis zum
Eintritt der Geschlechtsreife in "Ruhestand" und werden erst durch die
Geschlechtsreife und durch verschiedene Faktoren wie soziale EInflüsse,
Alter, Tageslichtslänge, Fütterung aktiv. Es kommt zur Freisetzung des
zentralen Steuerungshormons, des Gonadotropes Releasing Hormon.
Für die
Läufigkeitsanzeichen (Schwellung der Vulva, blutiger Ausfluss) ist das
Hormon Östrogen verantwortlich. Durch genaue Steuerung und das Wechselspiel
der Hormone beginnen kurz vor dem Eisprung einige Zellen des heranreifenden
Follikels mit einem überwechseln zum Gelbkörper. Gelbkörper produzieren das
Hormon Progesteron. Die Hündin produziert schon vor dem Eisprung Progesteron
das ins Blut abgegeben wird und dieser Anstieg von Progesteron zur
Bestimmung des Eisprungs und somit zur Ermittlung des optimalen
Deckzeitpunktes genutzt wird.
Progesteron ermöglicht das Einnisten der befruchteten Eizellen und das
Heranreifen der Feten. Es sorgt dafür, dass der Muttermund fest verschlossen
bleibt, während die Östrogene den Gebärmuttermund öffnen, damit die Spermien
die Eizelle erreichen können. Während also Östrogene in der Läufigkeit hoch
sind, steigt Progesteron nach der Läufigkeit an. Die Gelbkörperentstehung
und die Progesteronbildung erfolgt unabhängig von einer Belegung. Deshalb
zeigen nicht tragende Hündinnen häufig die Anzeichen einer
Scheinträchtigkeit, die durch eine physiologische hormonelle Situation
bedingt wird.
Neben
Progesteron spielt in dieser Zeit das Hormon Prolaktin eine große Rolle.
Prolaktin bedingt das Brutpflegeverhalten und die Anbildung des Gesäuges.
Der Zyklus
der Läufigkeit wird in 4 Phasen unterteilt:
1. Phase: Vorbrunst oder Proöstrus:
Erste Anzeichen sind Anschwellen der Vulva, leicht blutiger bis blutiger
vermehrter Vaginalausfluss. Aber, es gibt auch sehr "saubere" Hündinnen. Man
bemerkt dann nur ab und an einen Flecken, wenn die Hündin nach längerem
Liegen aufsteht. Die Hündin uriniert öfter als normal, wirkt unkonzentriert
und leckt sich öfters an ihren Genitalien. Sie wird für andere Rüden
interessant, ist aber
selbst wenig begeistert von Rüden.
Er dauert im Durchschnitt 9 Tage (Schwankung von 3-16 Tagen) und endet mit
der ersten Duldung des Rüden. In dieser Phase kann noch nichts passieren.
2. Phase: Brunst oder Östrus:
Die Phase, in der die Hündin deckbereit ist. Die Dauer beträgt etwa
9 Tage (4-12 Tage). Der Ausfluss wird weniger und klarer, Rüden werden
geduldet (Duldungsreflex), die Ovulationen (Eisprung) erfolgen innerhalb
mehrerer Tage.
ACHTUNG!!! In dieser Phase kann die Hündin trächtig
werden.
3. Phase: Metöstrus:
In der ersten Woche dieser Phase: Rüden werden nicht mehr geduldet, die
Veränderungen der äußeren Geschlechtsorgane bilden sich zurück.
Die Dauer liegt bei 75 Tagen (60-90 Tage). Gegen Ende dieser Zeit kann die
so genannte
Scheinträchtigkeit (siehe unten) mit
Anbildung des Gesäuges und Milchfluss eintreten. Häufig zeigt die Hündin
dann auch ein mütterliches Verhalten mit Nestbau, Spielzeug als Welpenersatz
herumschleppen oder ähnliches. Weiterhin fallen in diese Phase gehäuft
entzündliche Veränderungen der Gebärmutter bis hin zur
Gebärmuttervereiterung.
4. Phase: Anöstrus:
Die Phase der Inaktivität der Eierstöcke kann 120-390 Tage dauern. Es ist
die Zeit zwischen den Läufigkeiten.
Die Scheinträchtigkeit:
Die Scheinträchtigkeit ist keine
Erkrankung und bedarf im Normalfall keine Behandlung.
Die so genannte Scheinschwangerschaft
beginnt etwa 4-7 Wochen nach der Läufigkeit der Hündin. Erkennbar ist sie
dadurch, dass das Gesäuge der Hündin anschwillt, in ausgeprägten Fällen
sogar Milch produziert. Die Hündin zeigt ein verändertes Verhalten, sie baut
ein Nest, verwendet ihr Spielzeug als Welpenersatz, welches auch oft
verteidigt wird. Viele Hündinnen zeigen einen schlechten Appetit und wollen
ihr "Nest" und das Haus nicht unbedingt verlassen.
Bei Hündinnen die starke Symptome einer Scheinschwangerschaft zeigen ist es
wichtig diese Muttergefühle möglichst zu unterbinden. Ablenkung durch
ausgedehnte Spaziergänge, der Entzug von Spielzeug und das Verhindern von
Nestbauten sind die besten Möglichkeiten den Hund abzulenken.
Wenn das Gesäuge sich entzündet,
heiß und geschwollen ist, empfiehlt es sich kalte Quarkumschläge anzubringen
oder kühlende Salben auf zu tragen. In schwerwiegenderen Fällen, die mit
Fieber und/oder Schmerzen einhergehen, Verweigerung der Futteraufnahme,
Lustlosigkeit beim Spaziergang oder Aggressionen mit Verteidigung der Welpen
muss tierärztlich behandelt werden. Bei einer massiven Milchproduktion
können Milchhemmende Medikamente verabreicht werden.
Eine Scheinschwangerschaft kann nach einer Läufigkeit nicht verhindert
werden. Auch eine echte Trächtigkeit verhindert nicht, dass die Hündin in
den darauf folgenden Läufigkeiten nicht wieder scheinträchtig wird.
Bei einer Hündin die nicht zur Zucht verwendet wird, empfiehlt es sich daher
evtl. die Hündin kastrieren zu lassen. Es ist die einzige Maßnahme die eine
Scheinträchtigkeit auf Lebensdauer verhindert. Sprechen Sie mit ihrem
Tierarzt darüber.

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