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Der Klicker:
Das Klicker-Training ist quasi universal einsetzbar.
Als
Lernen am Erfolg, ist das Training mit dem Klicker eine durchweg positive
Methode. Das Klicker-Training basiert auf positive Bestärkung. Während des
Klicker-Trainings lernt der Hund zu lernen. Er wird "vom Befehlsempfänger zum
aktiven Partner".
Es eignet sich für die Grunderziehung, sämtliche Hundesportarten, genauso wie
für Kunststückchen und Tricks, die dank des Einsatz des Klickers zum Kinderspiel
werden.
Es können Problemverhalten kann damit angegangen werden, da beim
Klicker-Training auf jede körperliche Einwirkung oder Korrektur verzichtet wird.
Es ermöglicht den Zugang zu verhaltensgestörten oder scheuen Tieren. Man kann
sich dem Hund verständlich
machen, ohne Ängste zu wecken.
Klickertraining ist aber auch keine Wunderwaffe, die alle Hundeprobleme, die
sich vielleicht jahrelang aufgebaut haben, schlagartig beseitigt.
Klickertraining ist schlichtweg die Übertragung allgemeingültiger Grundlagen in
der Hundewelt. Die Welt der Verhaltenskunde und der Lerntheorie, deren
Verständnis einen Zugang zu unseren tierischen Hausgenossen erlaubt.
Bestärkung durch den Klicker:
Beim Hund, wie
auch beim Menschen wird Verhalten bestimmt von seinen Konsequenzen. Belohnen Sie
ein gutes oder auch unbewusst auch schlechtes Verhalten, wird der Hund es wieder
zeigen.
Das positive Verhalten zu belohnen ist viel einfacher als das bestrafen falscher
Verhaltensweisen. Es ist nämlich kaum möglich, "richtig" zu strafen, nämlich so,
dass das Verhalten nie mehr auftaucht. Damit eine Strafe wirkt, müssten Sie
IMMER, SOFORT und außerdem so HEFTIG strafen, dass das unerwünschte Verhalten
nie mehr auftritt. Dieses unterfangen ist aus meiner Sicht kaum möglich, es
kommen dazu noch die Nebenwirkungen der Bestrafung hinzu: Ihr Hund ist gestresst
– und unter Stress ist Lernen kaum möglich.
Außerdem geben Sie Ihrem Hund durch Bestrafung keinerlei Informationen darüber,
welches Verhalten denn nun tatsächlich von ihm erwünscht ist. Und ganz
entscheidend: Unsere Hunde sind Weltmeister im Verknüpfen. Und deshalb verbinden
sie leicht alles, was in den Momenten der Bestrafung um sie herum passiert, mit
der momentanen Situation. Deshalb ist es wesentlich effektiver und auch
nebenwirkungsfreier in dem wir das erwünschte Verhalten bestärken.
Denn Verhalten, das sich für ihn lohnt, wird der Hund als - professioneller
Egoist - erneut zeigen. Belohnt wird mit dem, was den Hund interessiert, zum
Beispiel Leckerli oder ein kurzes Spiel. Diese werden dann "primäre Bestärker"
genannt.
Das Timing ist wichtig!
Grundsätzliches dazu: Der Hund ist nicht in der Lage, lange Zeit zwischen seinem
Verhalten und unserer Reaktion in Verbindung zu bringen. Man spricht von
ungefähr 1 Sekunde, die wir Zeit haben, unseren tierischen Hausgenossen
mitzuteilen, wie wir ihr Verhalten finden. Deshalb müssen wir sehr schnell sein.
Blitzschnell.
Jetzt könnte es schon erste Schwierigkeiten geben. Wenn wir den genauen
Zeitpunkt verpassen, wird sich zwar über eine Belohnung freuen, aber nicht
wissen, wofür er sie genau bekommen hat (somit auch nicht, wie er es
beeinflussen kann, sie noch einmal zu bekommen).
Ein kleines Beispiel:
Unser Hund soll lernen, perfekt bei Fuß zu laufen. Seine Schulter soll
exakt parallel zu unserem Bein sein - wohin wir auch gehen. Wir haben aber
einen Hund, der mal etwas voraus ist, mal etwas dahinter. Vielleicht mal
für einen kurzen Moment befindet er sich in der richtigen Position. Ehe wir ihn
dann verbal gelobt haben oder nach einem Leckerli gegriffen haben, ist er schon
längst wieder in einer anderen Position.
Mit dem Klicker in der Hand können wir genau im richtigen Moment bestätigen. Er
ist so eine Art Brücke zwischen dem erwünschten Verhalten und dem Zeitpunkt, in
dem wir die Belohnung präsentieren. Etwas, was dem Hund signalisiert: "Das, was
du in genau diesem Moment tust, ist richtig, du bekommst jetzt gleich eine
Belohnung dafür."
Für die Klickerarbeit braucht man einen Klicker:
Ob Sie einen Knackfrosch (den kennen Sie bestimmt noch aus ihrer Kindheit) oder
den Boxklicker nehmen ist nicht die entscheidende Frage. Entscheidend ist das
Geräusch das der Klicker von sich gibt. Mit dem Geräusch des Klickers, dem
kurzen "Klick-Klack", wird es nun möglich, dem Hund exakt im richtigen Moment
mitzuteilen, was uns an seinem Verhalten gefällt und wofür er seine Belohnung
erhält. Das Geräusch des Klickers wird für den Hund damit zu einem so genannten
"sekundären Bestärker".
Eben, die eben schon erwähnte Brücke zwischen dem erwünschten Verhalten und dem
Überreichen der Belohung.
Ein bisschen Vorarbeit braucht es, denn natürlich kann Ihr Hund mit dem Geräusch
des Klickers erstmal überhaupt nichts anfangen. Er muss erst lernen, das
Geräusch mit etwas Angenehmem zu verknüpfen.
Einstieg ins Klicker-Training ist deshalb die so genannte "Konditionierung" des
Klickers. Der Mensch betätigt den Klicker und unmittelbar nach dem Klick
gibt man dem Hund eine Belohnung. Bei einer Übung diese Verkettung "Klick +
Belohnung" ein paar Mal hintereinander angewendet – und schon ist
die Verknüpfung hergestellt. Die meisten Hunde haben das Prinzip blitzschnell
begriffen. Das Geräusch des Klickers hat nun für den Hund eine bestärkende
Bedeutung. Und ist ein Versprechen! Deshalb auch niemals (zumindest am Anfang)
klicken, ohne das der Hund eine Belohnung bekommt.
Ein für viele Klicker-Einsteiger beeindruckendes Beispiel ist das Erlernen des
"Platz".
Damit Hund sich hinlegt, wird in der herkömmlichen Hundeausbildung gerne Hand
angelegt – da werden im Sitzen die Beine weggezogen oder Hund wird gar an der
Leine aus dem "Sitz" ins "Platz" gezerrt.
Deshalb ist für viele Hund das "Platz" häufig negativ behaftet und wird ungern
ausgeführt.
Es geht auch anders: z.B. wenn sich der Hund selber hinlegt, wir stehen mit dem
Klicker daneben, der Hund legt sich also hin und in diesem Moment kommt das
Klick und die darauf folgende Belohnung, können Sie sicher sein, dass es im
Hundekopf anfängt zu arbeiten - spätestens dann, wenn Sie das zufällige Hinlegen
ein paar Mal geklickt und den dazugehörigen Befehl im richtigen Moment gesagt
haben, wird Ihr Hund künftig gerne "Platzen"
Verhalten formen: das "Shaping"
Was tun, wenn die Übungen komplizierter sind und die uns der Hund nicht von sich
aus zeigt? Dann kann das so genannte "Shaping"- das positive Formen von
Verhaltensweisen zum Einsatz kommen.
Dabei bestärken wir zunächst den kleinsten Ansatz in Richtung des erwünschten
Verhaltens. Den formen wir dann mit Hilfe des Klickers in die gewünschte
Richtung und Perfektion. Dabei erhöhen wir Stückchen für Stückchen unsere
Anforderungen an das vom Hund gezeigte Verhalten. Hierbei können die Schritte
nicht klein genug sein.
So genannte "Dominante" Hunde und Autorität der so genannten
Hundeexperten:
Hm, kürzlich hat Ihnen ein so genannter Hundeexperte gesagt, das es
Schwachsinn ist den Hund mit Motivationshilfen zu erziehen? Sonst höre der Hund
nur noch deswegen? Und dass es unmöglich sei, auf Strafe und Korrektur zu
verzichten - und Sie lieber darauf achten sollten, Ihrem Hund zu zeigen, wer
hier der Boss ist, damit er nicht zu "dominant" wird?
Tja, leider wird Autorität in der Hundeausbildung vielfach noch mit Zwang und
Härte gleich gesetzt. Gehorcht der Hund nicht, gilt er als "dominant", sein
Wille muss gebrochen werden.
Das gilt dann als Rechtfertigung für Wurfketten, Stachelhalsbänder,
Teletaktgeräte oder Luftdruckhalsbänder. Meistens wird noch kräftig an der
Leine geruckt und der Hund mit lauter Stimme zur Raison gebracht.
Dabei sind diese vermeintlich "dominanten" Hunde in vielen Fällen nur unerzogen
und es fehlt ihnen schlichtweg an konsequentem Training. Häufig beherrscht ein
Hund, der "nicht gehorcht", seine Aufgabe einfach noch nicht richtig oder sie
wurden zu wenig geübt. Und dafür sind allein wir als seine Menschen zuständig.
Die "Vorrangstellung" mit Hilfe der "Ressourcenkontrolle":
Das Training auf Basis positiver Bestärkung ist alles andere als antiautoritär.
"Ressourcenkontrolle" heißt das Zauberwort, mit der wir ganz souverän unsere
"Vorrangstellung" ganz ohne Zwang, Strenge und Härte sichern.
Vorrangstellung heißt, ohne unsere Einwilligung läuft nichts: Kein Essen, kein
Spiel, keine Zuwendung. Denn wir kontrollieren den Zugang zu allem, was
dem Hund Spaß macht. Damit Hund zu seinem Spaß kommt, muss er etwas für uns tun.
Und zwar zuerst.
Was das Leckerli betrifft: Ist nicht gerade das Arbeiten für Belohnung ein
Zeichen unserer Ressourcenkontrolle? Wir geben ihm schließlich nicht seine
komplette Futterration auf einmal, ohne dass er etwas dafür tun muss, aus seinem
Napf wie auf einem goldenen Tablett serviert, sondern lassen ihn für einen Teil
seiner Ration arbeiten.
Oder gibt Ihr Chef Ihnen Ihren Lohn einfach so, ohne dass Sie dafür arbeiten
müssen? Oder, arbeiten Sie für Ihren Chef ganz umsonst?
Weitere Grundprinzipien des Klicker-Trainings, die "variable Bestärkung":
"variable Bestärkung" heißt, ist ein Verhalten erst einmal eingeübt, wird es
immer seltener und schließlich nur noch unregelmäßig bestärkt.
Das senkt aber nicht etwa die des Hundes Motivation, sondern bleibt ihn
hochgradig spannend.
Haben Sie das Prinzip verstanden? Sie fragen sich, ob das auch bei Ihrem Hund
funktioniert?
Natürlich! Kein Hund ist dafür zu alt keine Rasse zu stur, kein
Einsatzbereich ungeeignet. Also, worauf warten Sie noch? Es macht wirklich
Spaß.
Übrigens: Sicher waren Sie schon mal in einem
Delphinarium. Das pfeifen aus der Pfeife der Delphin-Trainer hat keine andere
Bedeutung als das "Klick-Klack" unseres Klickers. Nicht zuletzt haben wir es den
Dephintrainern zu verdanken, dass diese hoch effektive Art der Ausbildung
von Tieren auch Einzug in die Hundewelt erhalten hat.
Sie werden überrascht
sein, wie viel Spaß Ihnen und vor allem Ihrem Hund das Lernen macht!

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