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Die Ellbogendysplasie
(ED):
Die Diagnose kann in der Regel ab dem
Alter von sechs bis sieben Monaten mit recht großer Sicherheit festgestellt
werden (mittels der klinischen und der röntgendiagnostischen Untersuchung).
Begriffe:
Dysplasie ist ein lat.
Fachbegriff und heißt Fehlentwicklung.
Ellbogendysplasie ist dem zufolge eine Fehlentwicklung des Ellbogengelenkes.
OCD ist die Abkürzung für einen lat. Fachbegriff und heißt Osteochondrosis dissecans und bedeutet etwa Knochen-Knorpelkrankheit mit
Bildung eines (Knorpel-) Chips.
FCP ist die Abkürzung für einen engl. Fachbegriff und heißt Fragmented
Coronoid Process (fragmentierter - „zerbrochener“ - innerer Kronenfortsatz).
UAP ist die Abkürzung für einen englischen Fachbegriff und heißt Ununited
Anconaeal Process. Es handelt sich hier um eine spezielle Form der ED, bei
der der Processus anconaeus (die von der Elle gebildete „Gelenksnase“)
isoliert bleibt und sich nicht mit der Elle verbindet.
FCP, und OCD, wie auch mit der Zeit die evtl. kommende Arthrose (kann schon im Alter von
sieben oder acht Monaten auftreten!) sind Folgeerscheinungen der ED.
Arthrose ist ein lateinischer Fachbegriff und heißt etwa Gelenkdeformation.
Meistens ist diese mit einer Arthritis (chronischen Entzündung) und
Schmerzen verbunden.
Betroffene Hunderassen:
Die ED ist bei vielen Hunderassen
eine verbreitete Erkrankung. Häufig sind große Hunderassen betroffen.
Die ED-Form UAP kommt vor allem beim Deutschen Schäferhund, aber auch beim
Bernhardiner und beim Rottweiler und auch anderen Hunderassen vor.
Ursache der ED:
Verursacht wird die Erkrankung durch eine
genetisch bedingte Disposition. Die Erkrankung beginnt mit einer mehr oder
weniger schlechten Passform des Gelenkes, die dann
in der Folge zu Überbelastungen einzelner Gelenkknorpelabschnitte führt.
Ein Hund, der keine genetische Disposition zu dieser Erkrankung aufweist,
wird kaum an einer ED erkranken, auch wenn Fütterungsfehler gemacht werden
oder der Hund im Junghundealter starken Belastungen ausgesetzt wird. Diese
beiden Faktoren würden andere Probleme auslösen (z.B. Störungen in der
Knochenmineralisation, Übergewicht, Bänderprobleme, Knochenbrüche, aber
keine ED und auch keine HD (Hüftgelenkdysplasie)).
Bei einem Hund, der die genetische Disposition zu dieser Erkrankung hat,
kann unter Umständen der Zeitpunkt des Auftretens und/oder der Schweregrad
der Erkrankung durch äussere Faktoren beeinflusst werden.
Ausschlaggebend ist jedoch klar die genetische Disposition.
Maßnahmen gegen ED:
Hauptmaßnahme zur Bekämpfung der Ellbogendysplasie ist züchterisches
Verantwortungsbewusstsein. Es sollten
ausschließlich ED-freie Tiere zur Zucht eingesetzt werden.
Idealerweise sollten zudem auf dem Stammbaum der „Zuchtprodukte“ möglichst
alle Vorfahren ED-frei sein (gemäß Eintrag des Röntgenbefundes der
offiziellen ED-Auswertung).
Vom Besitzer aus kann kaum etwas zur ED-Vorbeugung gemacht werden. Was
jedoch – bei allen Junghunden – ganz allgemein wichtig ist, um das
Verletzungsrisiko im Welpenalter zu minimieren, ist die Vermeidung von
Überbelastungen. Das heißt kein sportlichen Höchstleistungen, keine zu lange
(an)dauernden
größeren Belastungen etc.
Gerade bei großen Rassen sollte man schnell auf ein
Erwachsenenfutter mit weniger Protein wechseln, den Junghund nicht zu viele
Treppen steigen lassen, ein wenig bremsen wenn er zu heftig spielt
oder herum rennt. Und dennoch, obwohl man alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen
hat, kann die schlechte Passform der Gelenke genetisch bedingt sein und man
kann wenig dagegen tun.
Spielen mit anderen Hunden (in „vernünftigem Rahmen“), Treppensteigen (nicht
übermäßig) oder ähnliches sollten für einen normalen gesunden (auch
genetisch gesehen) Junghund aber ohne Schaden möglich sein. Mit einer
geeigneten, eher zurückhaltenden Fütterung (nicht zuviel Eiweiß, nicht über
25 % und eher kalorienarm) kann versucht werden, das Wachstum möglichst
gleichmäßig zu halten und allzu starke Wachstumsschübe zu vermeiden.
Behandlung:
Meistens ist ein operatives Vorgehen
nötig (Entfernung von störenden Knorpel-Knochenfragmenten, Knorpelchips,
Auskratzen von Knorpeldefekten).
Trotzdem kann die Entwicklung einer Arthrose nicht verhindert werden. Das
Gelenk wird immer eine gewisse Schwachstelle bleiben, so dass manchmal auch
später immer wieder mehr oder weniger starke diesbezügliche Beschwerden
auftreten können, die unter Umständen eine Arthrosetherapie erfordern.
Die Behandlungsmaßnahmen für Ihr Tier wird Ihnen der spezialisierte Tierarzt
erklären. Gehen Sie bitte mit Ihrem evtl. humpelnden Hund immer zu einem
Spezialisten in einer Tierklinik. Warum? Erklärungen stehen unter dem Punkt
"HD-Röntgen" beim Hund.

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