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Impfungen beim Hund:
Die meisten Tierärzte in Deutschland bestehen
immer noch darauf, dass Hunde (und Katzen) jährlich gegen eine ganze Reihe
von Krankheiten geimpft werden. Andere Tierärzte sagen, das jährliche Impfungen weder nötig
noch harmlos sind. Sie sagen weiterhin, dass bei Tieren Impfungen – mit wenigen Ausnahmen –
viele Jahre lang halten. Ihr Immunsystem ist keineswegs schlechter als das des
Menschen. Inzwischen plädieren auch manche deutschen Hochschulveterinäre
dafür, dass Haustiere nicht mehr so oft nachgeimpft werden.
Voraussetzungen einer Impfung:
Wesentliche Voraussetzungen für die Impfung sind das
Mindestalter (das Immunsystem muss reif genug sein, eine Immunität zu
bilden) und ein guter Gesundheitszustand des Impflings. Deshalb sollte,
wenn möglich, vor der Impfung eine Entwurmung und ggf. eine Flohbekämpfung
durchgeführt werden. Der Tierarzt kontrolliert vor jeder Impfung die
Impffähigkeit Ihres Hundes.
Wann dürfen Hunde nicht geimpft werden?
Generell sollten akut kranke oder stark verflohte oder
verwurmte Tiere nicht geimpft werden, um einem bereits geschwächten
Organismus nicht auch noch die Auseinandersetzung mit einem oder mehreren
Krankheitserregern zuzumuten.
Da sollten dann erst die bestehenden Krankheiten behandelt werden. Wenn der
Hund behandelt und wieder fit ist, kann er auch die Impfung gut vertragen.
Etwas anders sieht die Sache aus bei chronischen Krankheiten wie
Gelenkbeschwerden, Haut-, Nieren-, Herz- und Leberkrankheiten oder
Hormonstörungen wie z. B. Diabetes. Bei diesen Grundleiden kann in der Regel
nach sorgfältiger Untersuchung normal geimpft werden.
Bei Krankheiten wie z.B. Tumoren sind Nutzen und Risiko von Impfungen
sorgfältig abzuwägen und man sollte im Zweifel eher auf die Impfung
verzichten.
Auch sollte bei einer bestehenden Trächtigkeit nicht geimpft werden,
denn manche Impfstoffe können in bestimmten Trächtigkeitsstadien die Welpen
schädigen.
Wie häufig sollte man seinen Hund impfen
lassen?
Bei fast allen Impfungen muss der Impfschutz in Form
einer so genannten Grundimmunisierung aufgebaut werden. Diese erfolgt in
Form von zwei Impfungen im Abstand von 4 Wochen und kann ab dem Alter von 8
Wochen durchgeführt werden. Eine Ausnahme bildet die Tollwut, deren
Grundimmunisierung mit einer einmaligen Impfung durchgeführt wird.
Auffrischungsimpfungen erfolgen in der Regel jährlich. (Weil es so
vorgeschrieben ist!?)
Gegen welche Krankheiten kann man impfen?
Die Grundimmunisierung
(die vom Züchter vorgenommen
werden sollte):
Wird üblicherweise im Alter von
8 - 9 Lebenswochen begonnen.
Dabei wird gegen folgende Krankheiten geimpft :
- Staupe
- Hepatitis (ansteckende Leberentzündung)
- Leptospirose (Stuttgarter Hundeseuche)
- Parvovirose (Katzenseuche des Hundes)
- Zwingerhusten
Etwa 4-5 Wochen später erfolgt die 2. Impfung (die vom Besitzer vorgenommen
werden sollte).
Jetzt wird - wie auch jährlich - geimpft gegen:
- Staupe
- Hepatitis (ansteckende Leberentzündung)
- Leptospirose (Stuttgarter Hundeseuche)
- Parvovirose (Katzenseuche des Hundes)
- Zwingerhusten
- Tollwut
Hier die einzelnen Krankheiten im
Überblick:
Staupe:
Die Staupe ist eine Hochansteckende Virusinfektion, an der nicht nur Hunde
erkranken können.
Infizierte Tiere scheiden das Virus mit allen Körperflüssigkeiten aus und
können so andere Hunde anstecken. Besonders gefährdet sind Welpen und alte
Hunde.
Die Erkrankung beginnt mit Fieberschüben, Husten, Nasen- und Augenausfluss.
Im weiteren Verlauf können sich zeigen:
die Darmform mit Durchfall; die Lungenform mit Lungenentzündung; die
Nervenform mit Gleichgewichtsstörungen und Verhaltensänderungen.
Bei überlebenden Hunden bleiben häufig Spätfolgen.
Die zweimalige Grundimmunisierung erfolgt ab einem Alter von 8 Wochen, eine
jährliche Auffrischung wäre dann erforderlich.
Hepatitis contagiosa canis (HCC, ansteckende
Leberentzündung):
Die HCC ist ebenfalls eine Viruserkrankung und befällt außer Hunden
auch Füchse.
Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt von Tier zu Tier aber auch
durch Urin, Kot und Speichel und sogar durch Gegenstände wie Kleidung oder
Schuhe.
Bei Welpen kann es zu plötzlichen Todesfällen kommen, bei älteren Tieren zu
Fieber, Mandelentzündung, Lungen- und Bindehautentzündung. Häufig bleiben
bei überlebenden Hunden Augenschäden zurück
Parvovirose (katzenseuche des Hundes):
Auch bei der Parvovirose handelt es sich um eine Viruserkrankung,
deren Erreger in der Umwelt sehr widerstandfähig ist und daher nicht nur
durch direkten Kontakt von Tier zu Tier, sondern auch über Gegenstände und
Kleidung übertragen werden kann.
Etwa eine Woche nach Aufnahme des Virus werden die Hunde erst teilnahmslos,
verweigern das Futter und beginnen zu erbrechen. Schließlich kommt es zu
schweren unstillbaren und blutigen Durchfällen mit hohem Wasserverlusten.
Leptospirose:
Ist eine bakterielle Infektionskrankheit. Sie wird durch mehrere
Erreger verursacht, die zum Teil auch den Menschen befallen können. Deshalb
ist diese Impfung auch zum Schutz des Menschen wichtig.
Die Leptospirose wird hauptsächlich durch den Urin infizierter Ratten und
Mäuse verbreitet. Die Bakterien können sich im Wasser über Wochen am Leben
erhalten und vermehren. Die Aufnahme der Erreger erfolgt über den
Magen-Darm-Trakt.
Als Symptome zeigen sich Fieber, Nachhandschwäche, Appetitlosigkeit und
Durst. Später folgen Nierenentzündungen, Durchfall, Erbrechen und Gelbsucht.
Zwingerhusten:
Als Zwingerhusten wird ein Krankheitskomplex bezeichnet. Dieser wird
durch eine Reihe unterschiedlicher Erreger, Bakterien und Viren verursacht.
Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion direkt von Tier zu Tier. Das
Ansteckungsrisko ist also besonders an Orten, an denen viele Hunde
zusammentreffen wie z. B. im Tierheim, Hundeschule oder auf einer
Hundeausstellung, hoch.
Das Krankheitsbild ist gekennzeichnet durch trockenen, anfallsartig
bellenden Husten, der über Wochen anhalten kann.
Die Impfung kann entweder durch eine Injektion im Rahmen der
Kombinationsimpfung erfolgen oder das Einträufeln eines Impfstoffes in die
Nase. Es muss von Fall zu Fall entschieden werden, welcher Methode der
Vorzug zu geben ist.
Tollwut:
Die durch ein Virus verursachte Tollwut kann nicht nur den Hund
befallen, sondern jedes Säugetier und damit auch den Menschen. Wenn sie
einmal ausgebrochen ist, ist sie nicht heilbar. Das Tier oder der Mensch
stirbt. Daher gelten zur Bekämpfung der Tollwut besondere gesetzliche
Vorschriften: Tiere, die krankheits- oder auch nur ansteckungsverdächtig
sind, dürfen nicht behandelt werden, sondern derjenige, der den Verdacht
äußert, muss sofort den Amtstierarzt verständigen. Dieser kommt auch sofort
und interessiert sich nicht etwa für das Tier, sondern nur für den Impfpass.
Und jetzt gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Das Tier ist innerhalb der letzten 12 Monate gegen Tollwut geimpft, dann
kommt es für drei Wochen in Quarantäne. Wenn es nach dieser Zeit noch lebt,
war es nicht an Tollwut erkrankt und das Tier darf zurück zum Besitzer.
2. Das Tier hat keinen gültigen Impfpass. In diesem Fall wird es von Amts
wegen getötet und das Gehirn auf Tollwut untersucht, denn nur bei diesem
Verfahren kann ein Ausbruch der Tollwut sicher nachgewiesen werden.
Die Tollwut wird übertragen durch den Biss tollwütiger Tiere, seltener auch
durch Kratzwunden, da das Virus mit dem Speichel ausgeschieden wird. Das
Hauptreservoir für Tollwut sind frei lebende Füchse.
Die Krankheit äußert sich durch Verhaltensveränderungen wie Wasserscheu,
Aggressivität oder auffallende Zahmheit, letzteres besonders bei Füchsen. Im
Endstadium zeigen sich Krämpfe und Lähmungen.
Zusätzliche Impfungen:
Borreliose:
Der Borrelioseerreger, ein winziges
Schraubenbakterium, benötigt einen Überträger. Zecken können Borreliose
nicht nur an Hunde, sondern auch an Menschen, Pferde und viele Wildtiere
weitergeben. Es gibt in Deutschland drei verschiedene Borrelienarten, aber
nur gegen eine Art kann geimpft werden. Diese ist aber die bei weitem
häufigste Art.
Als Symptome zeigen sich einige Wochen nach dem Biss wechselnde Lahmheiten,
meist an mehreren Gliedmaßen durch schmerzhafte Gelenksentzündungen.
Nachgewiesen wird die Borreliose durch einen Bluttest, bei dem die
Antikörperreaktion getestet wird. Daher ist es nicht möglich, zwischen einem
Antikörperspiegel nach Impfung und einem Antikörperspiegel nach Infektion zu
unterscheiden.
Man kann die Borreliose behandeln und zwar mit einigen modernen Antibiotika.
Allerdings ist es häufig nicht möglich, alle Erreger abzutöten, da diese
sich "verstecken", so dass man immer wieder mit Rückfällen rechnen muss.
Die Impfung gegen Borreliose ist seit einigen Jahren auf dem Markt und hat
sich bislang als gut verträglich erwiesen. Die Grundimmunisierung kann ab
der 12. Lebenswoche erfolgen und der Impfschutz muss einmal jährlich
aufgefrischt werden.
Die Impfung sollte im Frühjahr erfolgen, kurz bevor die Aktivität der Zecken
beginnt.
Oben habe ich sämtliche Impfungen aufgelistet. Ob und wie oft ein Tier
geimpft wird entscheidet der Tierbesitzer selber!
Es gibt
viele allerdings Tierarzte und Hundebesitzer, die der Meinung sind, dass die
Borreliose- und Zwingerhustenimpfungen
vollkommen unnötig sind.
Canines Herpesvirus (infektiöses Welpensterben):
Hier ein Artikel zu dem Canines Herpesvirus.
Die Impfung erfolgt beim Muttertier bei jeder neuen Trächtigkeit,
einmal zwischen dem 1. Tag der Läufigkeit und dem 10. Tag der Trächtigkeit
und ein zweites Mal ein bis zwei Wochen vor dem werfen.

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